Mit dem Begriff Hämaturie oder auch Erythrurie verbindet der Mediziner Blutspuren im Harn, die mehr oder weniger stark sein können. Dazu kommt es durch vermehrt auftretende rote Blutkörperchen (Erythrozyten), die direkte Folge einer Blutungsquelle irgendwo im Körper. Was aber nicht bedeutet, dass man bald blutleer endet…
Ab einer bestimmten Anzahl von roten Blutkörperchen im Harn wird von Hämaturie gesprochen. Dabei wird in zwei Hämaturieformen unterschieden, je nachdem, wie stark die Verfärbung des Urins ist: Eine Makrohämaturie ist mit dem bloßen Auge im Urin zu erkennen, die Mikrohämaturie führt zu keiner Trübung des Urins und ist ohne Mikroskop nicht sichtbar. Im Zusammenhang mit der Makrohämaturie präzisiert der Mediziner weiter in eine initiale Makrohämaturie mit beginnendem Urinstrahl, eine terminale Makrohämaturie während des endenden Urinstrahls und eine totale Makrohämaturie die gesamte Miktion hindurch. Die Mikrohämaturie kann nur mikroskopisch oder mit speziellen Teststreifen nachgewiesen werden, so gering ist der Erythrozytenanteil im Urin.
Eine Hämaturie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das seinen Ursprung in einem Krankheitsherd im Körper findet. Zumeist ist die Blutungsursache irgendwo im Harntrakt zu suchen, in den Nieren, der Harnblase oder der Harnleiter.
Blut im Urin ist ein ernst zu nehmendes urologisches Symptom. Doch ist nicht jede Rotfärbung von Urin ein Anzeichen für eine Hämaturie, daher ist die korrekte Abklärung der Ursache wichtig… Nicht immer muss eine Erkrankung vorliegen. In manchen Fällen handelt es sich schlicht um Menstruationsblut, in anderen Fällen können sogar Medikamente und bestimmte Lebensmittel den Urin rot verfärben. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Pathologien und Infektionen, bei denen es zu Blutspuren im Urin kommen kann. Manchmal lassen auch Schmerzen beim Wasserlassen auf eine Hämaturie schließen.
Terebinthina (Terpentinöl, 100 %) ist ein wichtiges homöopathisches Heilmittel bei allen Formen von Hämaturie. Führt eine Entzündung in der Harnblase zu der Hämaturie, hilft Erigeron canadensis (80%), bei blutigem Harn durch eine Nierenentzündung wird Erigeron canadensis (60%) oder auch die Baumwollstaude Gossypium herbeceum (60%) empfohlen. Bei der entzündlichen Hämaturie wird in der Regel Cantharis vesicatoria (80%) verordnet.
Je nachdem, mit welchen Symptomen und welcher Anamnese die Hämaturie oder Erythrurie einhergeht, wird Erigeron canadensis C4 bis C9 verordnet. Die zu Schmerzen im Bereich der Eichel, der Leiste und den Schenkeln führende Nierenkolik wird mit Pareira brava behandelt. Bei unerträglichem Juckreiz im Bereich der Uretermündung mit massiver Ausscheidung von rötlich bis bräunlich gefärbten Harnsedimenten sowie bei Blasenkatarrh mit Tenesmus werden dreimal täglich 3 Globuli Coccus cacti C5 genommen. Harngrieß und mit dem Harn ausgeschiedene winzige Kristalle, aber auch Schmerzen zum Ende der Miktion lassen sich sehr gut mit Sarsaparilla C5 (dreimal täglich 3 Globuli) behandeln.
- Arnica montana
- Phosphorus
Gut zu wissen: Cantharis und Hepar sulfuricum sind homöopathische Heilmittel, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben, wenn es darum geht, dem Hämaturie-Patienten Erleichterung zu verschaffen.