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Otitis, Ohrenentzündung

Homöopathische Therapie bei Otitis

Entzündliche Erkrankungen der Ohren und Gehörgänge sind häufige Pathologien bei Kindern unter fünf Jahren. Entzündliche Ohrenerkrankungen, in der Fachsprache unter der Sammelbezeichnung Otitis bekannt, treten zumeist bei Kindern auf, die allergieanfällig sind oder häufiger unter Atemwegsinfekten leiden. Häufigste Symptome sind stechende Ohrenschmerzen (Otalgie). Vor allem Säuglinge und Kleinkinder leiden häufig unter Ohrenschmerzen, eine bestehende Erkrankung wird von den Eltern aber nur selten wahrgenommen, außer das Kind macht sich durch sein Verhalten bemerkbar. Dabei kann man Ohrenschmerzen mit akuten Zahnschmerzen vergleichen, die zu den unangenehmsten Körperempfindungen überhaupt zählen. Es gibt verschiedene Formen von Otitis, die mit Abstand häufigste ist die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta, AOM).

Die akute Mittelohrentzündung

Auslöser einer Otitis media acuta sind Bakterien, die über die Eustachische Röhre oder Ohrtrompete in das Mittelohr eindringen können. Durch die Entzündung schwellen Mittelohr und Trommelfell an und verdicken sich, das Mittelohr kann nicht mehr korrekt belüftet werden. Im Ohr entsteht ein schmerzhafter Unterdruck, der in extremen Fällen das Trommelfell zum Platzen bringen kann (Trommelfellperforation). Eine solche akute Mittelohrentzündung ist in der Regel von anhaltendem Fieber begleitet, die Temperatur des Kindes kann auf 38,5° bis 40° C ansteigen. Häufig kommen Appetitlosigkeit, in der Folge davon Gewichtsabnahme und nicht selten auch Verdauungsstörungen hinzu. Das Kind kann von Krämpfen geschüttelt werden. Trinkunlust führt zur Entwässerung des Körpers. In vielen Fällen kann man eine Mittelohrentzündung beim Kleinkind daran erkennen, daß es sich häufig an das schmerzende Ohr faßt (Ohrzwang). Die Entzündung ist durch plötzliche und heftige Ohrenschmerzen und blutigen bis eitrigen Ausfluß aus dem Ohr begleitet. Symptomatisch in diesem Zusammenhang sind Kopf- und Halsschmerzen, in der Regel auch vorübergehende Hörstörungen. Auslöser der AOM sind in den meisten Fällen Bakterien, die eine gewisse Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben, darunter Haemophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae.

Die Grippeotitis

Die Grippeotitis ist eine akute Ohrentzündung, die noch weitaus schmerzhafter ist als die akute Mittelohrentzündung. Sie kann während Grippeepidemien besonders häufig beobachtet werden. Die klinische Diagnose muß so früh wie möglich gestellt werden, um eine Trommelfellperforation zu vermeiden. Der Befund zeigt ein gerötetes Trommelfell mit subepithelialen Bläschen, die mit seröser bis blutiger Flüssigkeit gefüllt sind. Die exsudative Entzündung zeigt die gleichen Bakterien, wie sie auch für eine akute Mittelohrentzündung verantwortlich sind. Die Entzündung ist von anhaltendem Fieber begleitet, das aber nach der Trommelfellperforation und Exsudation schnell zurückgeht.

Der Mittelohrkatarrh

Der Mittelohrkatarrh oder Tubenkatarrh ist eine durch wiederholte Infekte des Rachenraums, der Nase oder der Augen, aber auch durch hartnäckigen Eisenmangel begünstigte seromuköse Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, die auch Paukenerguß genannt wird. Tabakkonsum der Eltern als auslösenden Faktor kann man nicht ausschließen, begünstigt er doch die Entstehung von Allergien vor allem beim Säugling und Kleinkind. Die blutigen bis schleimigen Sekrete sammeln sich im Mittelohr, zu einer Superinfektion kommt es jedoch nicht. Das Kind verspürt keinen echten Schmerz und hat kein Fieber, häufig werden aber Hörstörungen festgestellt. Bleibt der Tubenkatarrh unbehandelt, kann das vor allem in der Kleinkindphase schwerwiegende Folgen für die Sprachentwicklung des Betroffenen nach sich ziehen. Die klinische Diagnose zeigt Bläschen auf dem Trommelfell, das nicht mehr transparent erscheint – hierdurch verliert das Mittelohr seine Mobilität. Bei der Untersuchung sieht man hinter dem Trommelfell ganz deutlich eine dicklich-schleimige Flüssigkeit, den Paukenerguß.

Die Otorrhoe mit eitrigem Exsudat

Der Otorrhoe mit eitrigem Exsudat liegt in der Regel eine Otitis externa (Gehörgangsentzündung) oder chronische Otitis media (Mittelohrentzündung) zugrunde. Das Kind verspürt heftige Ohrenschmerzen vor allem bei Berührung der Ohrläppchen. In manchen Fällen kann das Ohr starken unangenehmen Geruch verströmen, das Kind verspürt aber keine Schmerzen und zeigt auch kein Fieber. Je nach Symptomatik besteht Verwechslungsgefahr der Otorrhoe mit der akuten Mittelohrentzündung oder auch der Grippeotitis.

Säuglinge und Kleinkinder sind für Infektionen des Mittelohres besonders anfällig, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist und die Eustachische Röhre extrem fein und noch sehr kurz und eng ist. Außerdem sind sie grundsätzlich weit anfälliger für Bakterien als Erwachsene. Häufige Erkältungen und Schnupfen sowie eine Verengung der Atemwege durch Vergrößerung der Rachenmandeln (“Polypen”) lassen die Infektionsanfälligkeit zunehmen.

Symptome der Otitis

Das häufigste Symptom einer Otitis ist die Otalgie, der medizinische Fachausdruck für Ohrenschmerzen. Da die Erkrankung zumeist in einem Alter auftritt, in dem das Kind noch nicht sprechen kann, müssen die Eltern auf andere Signale achten. Dazu gehören die Verminderung der Hörleistung, eine laufende Nase, Husten oder Fieber. Das Kind ist quengelig, oft weinerlich, faßt sich häufig an die Ohren, ist appetitlos und zeigt Schlafstörungen. Das bereits sprechende Kind klagt über eine verstopfte Nase, Müdigkeit und das Gefühl von verstopften Ohren. Manchmal verspürt es Juckreiz im Ohr und klagt über schmerzende Ohren beim Schlucken.

Die Erstbehandlung der Otitis im Vorfeld zur ärztlichen Untersuchung

Bis der Arztbesuch heran ist, kann man zur Linderung bereits je 3 Globs. Belladonna C9, Ferrum phosphoricum C9 und Capsicum annuum C9 stündlich im Wechsel geben. Dies hilft besonders, wenn zusätzlich zu einem verstopften Ohr ein plötzlicher Fieberausbruch die Krankheit begleitet. Bei eitrigem Ausfluß kann man zusätzlich dreimal täglich 3 Globs. Arsenicum album C9, Pyorogenium C9 und Mercurius solubilis C9 geben. Liegt eine akute Otitis media vor, sind schmerz- und entzündungshemmende Mittelwie Belladonna und Arsenicum album C9 indiziert, die täglich in zwei bis drei Gaben genommen werden. Zusätzlich zu den vom Arzt verschriebenen Antibiotika kann man mehrmals täglich je 5 Globs. Mercurius oder Hepar sulph., Capsicum C9 oder auch Pyrogenium nehmen. Erreicht der Schmerz den Rachenraum, ist der Betroffene durstig und die Erkrankung von einem gelblichen und teils blutigen Nasenausfluß begleitet, dann ist Mercurius indiziert. Tritt der Schmerz nachts auf oder wenn man plötzlicher Kälte ausgesetzt war, wird in der Regel Aconitum napellus C9 verschrieben.

Läßt sich der Schmerz durch Umgebungswärme lindern, wird Arsenicum album C9 empfohlen. Belladonna C9 nimmt pochenden Schmerz. Wenn der Schmerz nur schwer definierbar ist, eignet sich Capsicum annuum C5 zur Behandlung. Chamomilla vulgaris C15 lindert besonders starke Schmerzen. Bei leicht erhöhtem Fieber (das Thermometer zeigt zwischen 38° und 38,5°C) wird Ferrum phosphoricum C9 gegeben, das auf vier Gaben in 24 Stunden verteilt wird. Nach der ärztlichen Untersuchung sind zwei Lösungen möglich: Folgt der Begutachtung des Trommelfells durch Ohrspiegelung (Otoskopie) ein Hustenanfall, wird der Arzt zur Einnahme von Manganum metallicum C9 oder Manganum aceticum C9 raten. Alternativ ist Phytolacca decandra C9 indiziert, wenn der im Ohr verspürte Schmerz durch Schlucken verschlimmert wird, aber keine Entzündung des Trommelfells vorliegt.

Die akute Mittelohrentzündung und ihre Therapie

Liegt eine akute Otitis media vor, sollte man einen Arzt aufsuchen, kann aber in der Zwischenzeit bereits 5 Globs. Lachesis mutus C9 geben, um den Schmerz zu lindern. Als Therapie eignen sich Arsenicum album C9, Belladonna C9, Capsicum annuum C5, Chamomilla vulgaris C15 und Ferrum phosphoricum C9, von denen alle 30 Minuten jeweils 5 Globs. genommen werden. Stellt sich als Komplikation einer Rhinopharyngitis die Otitis ein, ist die Einnahme je einer Gabe Hepar sulphuris calcareum C30 und Pyrogenium C9 drei Tage lang im 24-Stunden-Rhythmus ratsam. Wird eine rezidivierende Otitis diagnostiziert, werden zu Behandlungsbeginn 5 Globs. Tuberculinum aviaire C9 genommen.

Die anderen Formen von Otitis behandeln

Zur Behandlung der Grippeotitis wird am besten alle halbe Stunde eine Gabe Cantharis vesicatoria C9 genommen. Die Dosis wird nach und nach reduziert, bis sich der Zustand des Betroffenen verbessert hat. Bei der seromukösen Otitis hilft am besten Kalium muriaticum C9, das 1 bis 4-mal täglich zu je 5 Globs. genommen wird. Bei einer Otorrhoe mit eitrigem Ausfluß kann man im Vorfeld zu der ärztlichen Untersuchung zur Erstbehandlung alle zwei Stunden je 5 Globs. Mercurius solubilis C15 und Tuberculinum aviaire C9 nehmen. Für eine ursächliche Otitistherapie arbeitet man vor allem mit Manganum C5 plus Ferrum phosphoricum C5 und Kalium muriaticum C5 – C7, muß aber vor allem bei Kindern die begleitende Rhinitis grundsätzlich auch behandeln. Dies bedeutet: Die Nase regelmäßig putzen und mit isotonischer Kochsalzlösung spülen.

Wann einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch sollte eingeplant werden, wenn das Kind fiebrig ist und weinerlich ist oder wenn Anzeichen für Ohrenschmerzen vorliegen. Es kann sein, daß es durch die Schmerzen quengelig ist und die Nahrungsaufnahme verweigert. Ist das Kind noch nicht im sprechfähigen Alter, weint es aber unaufhörlich, sollte man besser den Kinderarzt aufsuchen, denn er ist am besten in der Lage den Zustand des Kindes zu beurteilen. Eine eventuelle Verringerung der Hörleistung des Kindes sollte unbedingt mit dem Mediziner abgeklärt werden. Gleiches gilt, wenn das Kind ganz offenkundig erschwert atmet, eine Lilafärbung der Haut zeigt oder unter Erbrechen leidet.

Assoziierte Einzelmittel und Indikationen – “Otitis”

Assoziierte Einzelmittel

 

Gut zu wissen: Die Verwechslung von Otitis und Rhinopharyngitis kann zu einer Therapie führen, welche die Pathologie nicht korrekt behandelt. Zur Behandlung von Schmerzen, die sich vom Ohr bis hin zum Warzenfortsatz (Processus mastoideus) erstrecken, wird das homöopathische Mittel Capsicum empfohlen.

 

 

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Pathologie und Homöopathie sind zwei fest miteinander verbundene Wissenschaften. Während die medizinische Disziplin "Pathologie" die Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper und deren Ursachen (Krankheitslehre) beschreibt, versteht sich die Homöopathie als eine sanfte Methode zur Heilung von Krankheiten. Die klassische Homöopathie ist eine auf dem Ähnlichkeitsprinzip fußende, ganzheitliche Heilmethode (Similia similibus curentur oder „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“), die den Patienten in seiner Gesamtheit betrachtet. Jede Krankheit findet so ihre eigene, auf den Patienten abgestimmte Therapieform.